Juni 1st, 2010

Eines der letzten Tabus unserer Gesellschaft: das Thema Cross-Gender. Es ist die Rede von Männern, die gerne Frauen wären, und Frauen, die gerne Männer wären. Die Spanne reicht von dem vorübergehendem Drang, der sich darin ausdrücken kann, dass Frauen Zigarren rauchen oder Männer Kleider anziehen, bis zu mehr oder minder gelungenen operativen Geschlechtsumwandlungen und damit dem dauerhaften Wechsel der sexuellen Identität. Dass man aus dem Spiel mit dem Geschlecht auch ein Geschäftsmodell ableiten kann, beweist dieser Friseur mit den Stylingvorschlägen im Schaufenster. Oder ist es eine Friseurin?
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Mai 27th, 2010

Schon die Riesendinosaurier mussten schmerzhaft erfahren, dass Stärke und Größe nicht zwangsläufig einen evolutionären Vorteil mit sich bringen – ganz im Gegenteil. Dieser Fisch aus der Familie der Exocoetidae war aufgrund seiner ungeheuren Muskulatur und unter Ausnutzung des Auftriebs in der Lage, auf Schallgeschwindigkeit zu beschleunigen, einer U-Boot-Rakete vergleichbar aus dem Wasser zu schießen und bis auf 8.000 Meter über dem Meeresspiegel zu steigen, bevor ihn die Schwerkraft wieder zurückzog. Nicht wenige Fische starben dabei an Unterkühlung, platzten beim Aufschlag oder – wie dieses Exemplar – verhungerten auf dem langen Flug. Wir lernen: Von der Fähigkeit, seinem eigenen Körper aus eigener Kraft spektakulär Schaden zufügen zu können, sollte nicht zwangsläufig Gebrauch gemacht werden.
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Mai 8th, 2010

Ein wesentlicher Baustein futuristischer Energiekonzepte ist die Dezentralisierung der Stromversorgung. Keine gewaltigen Braunkohleverbrennungsanlagen, keine Atomkraftwerke und keine Riesenstaudämme mehr. Nein, kleine, lokal und ökologisch betriebene Kleinkraftwerke werden in Zukunft die Energieversorgung sicher stellen. Mit den großen Anlagen wird natürlich auch die Notwendigkeit verschwinden, Strom über weite Entfernungen via Freileitungsmasten zu transportieren. Denkbar wäre die Umnutzung der großen Stahlkonstruktionen als Wäscheständer für besonders große Textilien wie Tischdecken karitativer Tafeln, Zirkuszelte oder die Unterhosen von Reiner Calmund.
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April 30th, 2010

Die erfolgreichste Sängerin aller Zeiten mit weltweit mehr als 380 Millionen verkauften Tonträgern. Talentierte und erfolgreiche Schauspielerin in zahlreichen Kassenschlagern. Überaus tiefsinnige Autorin aufschlussreicher Literatur. Und Designerin richtungsweisender Mode. Offenbar ist der Rausch des Erfolgs nicht ad infinitum steigerbar, was wohl dazu geführt hat, dass Madonna die alten Betätigungsfelder verlassen hat und sich neuen Herausforderungen stellt wie tagelangem Stillstehen.
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April 25th, 2010
Da man heute nicht mehr raus geht, Freunde in Facebook oder sonst wo im Netz hat und sich nur noch per Automobil bewegt, wird es umso wichtiger, den eigenen Wohnsitz gemäß der eigenen Persönlichkeit zu gestalten. Da die Mauer um das Anwesen quasi die Startseite der nachbarschaftlichen Netzpräsenz ist, heißt es die Gestaltelemente bewusst und dezent auswählen. Keiner will freilich zu viel des eigenen Selbst preisgeben. Das nachfolgende Beispiel zeigt eine besonders gelungene Schöpfung. Der Bewohner hat sich gekonnt hinter unzähligen Kitschfiguren verramscht. Keiner ahnt auch nur im geringsten, dass es sich dabei um einen zum Kubismus neigenden Minimalisten handelt. Hut ab, Camouflage perfekt gelungen.

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April 22nd, 2010

Oh, oh, oh, wie wird doch die zunehmende Komplexität des modernen Lebens beklagt. War das Dasein des Durchschnittsmenschen vor 200 Jahren, eines Bauern, noch so übersichtlich, dass nur die Wenigsten in ihrem gesamten Leben weiter als bis zum nächsten Dorf kamen, so haben Industrialisierung und Digitalisierung den physischen und kommunikativen Verkehr inzwischen so massiv beschleunigt, dass so manchem schwindelig wird. Kein Trend ohne Gegentrend. Daher sind Konzepte zur Vereinfachung des Lebens wieder en vogue. Inwiefern jedoch das überschaubare Trio aus Arbeit, Einkauf und Tod eine praktikable Verbesserung ist, bleibt unklar. Lösungen müssen schon etwas konkreter sein. Ein Beispiel: Zählen Sie doch mal Ihre Schuhe!
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April 6th, 2010

Da schmecken die Filetspitzen gleich noch einmal so gut: Offenbar hüpft das moderne Mastschwein mit Freude und Elan unter das Schlachtmesser. Warum auch nicht? Sowohl das Schweinsein als auch der Tod sind triebbesetzte Topoi. Und dass Lust und Ästhetik Gegensätze sind, weiß jeder, der schon einmal eine halb verkohlte Wurst vom Grill genossen hat. Ein Hoch auf Schweinereien!
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April 1st, 2010

Ein Biotech-Forschungsteam der Universität Oberursel, ursprunglich von einem international operierenden Fastfood-Konzern mit der Entwicklung von Hühnern beauftragt, die sich selbst in Chicken McNuggets zerlegen, ist durch Zufall eine revolutionäre Entwicklung geglückt: Aus dem Experiment ging ein flugfähiger Riesen-Bibo hervor, der nicht nur Kapazität für 30 Gäste plus Kabinenpersonal und eine Reichweite von 3.500 Kilometer Non-Stop-Flug aufweist, sondern gleichermaßen über die Fähigkeit verfügt, während des Flugs die Alphabetisierungskompetenz jüngerer Fluggäste zu erhöhen. Laut Pressemitteilung wird bereits daran gearbeitet, Bibos mit höherer Nutzlast und Reichweite sowie Lehrstoff für die Sekundarstufe zu konstruieren.
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März 29th, 2010

Kann es sein, dass diese tapferen Kämpfer gegen den teuflischen Aussatz einen revolutionären Weg der Hilfe eingeschlagen haben? Es mag auf der vergeblichen Suche nach milden Gaben für die Verkaufsstände und das Kuchenbuffet des Basars gewesen sein, als ihnen die Idee kam, aus den Problemen die Lösungen herzustellen. Andere machen es doch auch.
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März 9th, 2010

So etwas haben Schweizer Grenzer noch nicht erlebt: Seit Wochen verstopfen abertausende deutscher Steuerflüchtlinge Basels Straßen dies- und jenseits der Grenze. Die Hinterzieher sind leicht zu erkennen: kostbare Gewänder, edle Spirituosen in den Händen, auffällig große Hüte und Mützen voll Barem und überaus gute Laune, die viel, viel, viel Geld nun mal verleiht. Um der Festnahme durch den deutschen Zoll zu entgehen, setzen die Rückkehrer auf schiere Masse und damit die Umkehrung der ökonomischen Ratio: Der notwendige Polizeieinsatz kostete mehr Geld als die Steuernachzahlungen einbrächten.
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