Die Galerie der letzten Bilder
Januar 6th, 2010Würde man alle Menschen mit internetfähigen Helmkameras ausstatten und deren Laufzeit an die Hirnströme koppeln, so ließe sich eine großartige Sammlung letzter Bilder anlegen. Wobei – großartig? Die letzten Augenblicke müssen nichts Erhabenes oder Rührendes haben, ganz im Gegenteil. Mutmaßlich sind sie im Regelfall erschreckend banal oder unkenntlich. Eine weiße Decke. Kleine Bläschen im Wasser. Die Pflastersteine eines Gehwegs. Das Gesicht eines feisten Township-Bewohners. Eine Betonkugel. Oder eine Stoßstange. Wäre es vor diesem Hintergrund nicht sinnvoll, für den Fall der Fälle stets einen Druck des schönsten Gemäldes der Welt bei sich zu haben?
