Lebenswerk in Mach 4

Februar 1st, 2010

mach_4

Es war soweit. Nach 36 Jahren, vier Monaten und 15 Tagen geheimen Tüftelns in der Kleingartenlaube,  ständigen Gerangels um die Verwendung der Pflanzenabfälle und astronomischer Ausgaben für Volkshochschulkurse mit Titeln wie “Einführung in die Aerodynamik”, “Biokraftstoffe selbstgemacht” und “Bauen wie die Bienen – was wir lernen können” präsentierte Herr Koschinski seiner über alle Maße erstaunten, nichtsdestotrotz treu ergebenen Ehegattin Else sein Werk: den ersten Öko-Überschalljet der Weltgeschichte. Die “Koschinski I”, konzipiert für Mach 4, bestand vollständig aus Pflanzenabfällen. Sogar das Kerosin hatte Herr Koschinski nach und nach aus Kompostwasser raffiniert, nicht immer zur Freude der geruchsemfindlichen Nachbarn im Kleingartenverein. Das Bild zeigt den genialen Tüftler kurz nach der Enthüllung – und kurz vor seinem Herzinfarkt, der ihn traf, als seine Frau ihn fragte, wo er denn einzusteigen gedenke. Die Erkenntnis erschlug ihn prompt: Er hatte das Cockpit vergessen.

Big brother is watching you

Januar 31st, 2010

Big brother is watching you. Wenn der große Bruder allerdings auf eine Gasse guckt, auf der das interessanteste Objekt eine einzelne sicher einsame Mülltonne ist, dann wird dem großen Bruder sicher irgendwann furchtbar langweilig. Vielleicht kommt es dann zu einer Art romantisch erotischen Beziehung zur bereits erwähnten Mülltonne. Stoff für einen erzieherischen Animationsfilm.

Innovative Verwaltung

Januar 29th, 2010

iglu

Was wird dem deutschen Beamten nicht alles nachgesagt: unterbeschäftigt, überbezahlt und denkfaul. Au contraire, die Damen und Herren Verleumder: Der deutsche Beamte ist innovativ! Angesichts horrender Schulden, leerer Kassen und explodierender Kosten demonstriert der deutsche Verwaltungsmensch wieder und wieder seine Fähigkeit, spontane, günstige und operationale Lösungen zu entwickeln: hier zum Beispiel für die Obdachlosenproblematik (vorläufig).

Viva la Spaßbremse!

Januar 22nd, 2010

froehlich_ernst_traurig

Ah, im Wald! Flotten Schritts in freier Natur vorankommen, unbeschwerten Herzens und ohne Sorgen: Was gibt es Schöneres? Ohne Gram, weil es weder Birke noch Buche, weder Fuchs noch Feldhase, weder Bach noch Boden kümmert, welche Laune der Wanderer spazieren trägt. Hier darf man fröhlich, aber auch ernst oder traurig sein. Anders unter Menschen. Allenthalben das Primat der Lustigkeit, die Diktatur der guten Stimmung. Wohin soll das führen? Nicht mehr lange, so wird gemunkelt, und die ersten Arbeitgeber verabreichen ihren Angestellten an jedem Morgen eine Spaß-Spritze, sonst droht der Rausschmiss. “Mit der Fresse gehst du besser in den Wald”, hört man dann. Wehret den Anfängen! Jeder Miesepeter im Straßenbild verdient Schulterklopfen und Aufmunterung. Der depressive Griesgram von heute ist der Widerstandskämpfer von morgen.

Die Wahrheit

Januar 16th, 2010

Wer dachte nicht, dass Staubsauger in einer Staubsaugerfabrik gemacht werden. Nun, ein Blick in den Wandschrank hat gezeigt, dass dies wohl lediglich eine Legende ist, um den Kindern nicht erklären zu müssen, was hinter verschlossen Türen passiert. Denn wer so grinst, hat schmutziges im Sinn.

Das neue Gesicht des Terrorismus

Januar 12th, 2010

hombre

Die Administrationen der Welt werden ja nicht müde, den islamistischen Terror zur größten Gefahr für die freie Gesellschaft zu stilisieren. Das ist natürlich Quatsch. Die wenigen westlichen Terrortoten sind, obwohl bedauernswert, in ihrer substantiellen Bedeutung geringer zu bewerten als der akute Sportlehrermangel durch Lungenkrebs. Nein, die wahre Bedrohung kommt nicht von Osten, sondern von Westen: Christlich-fundamentalistische Latinos, aufgeputscht vom Vatikan, versuchen, die Schraube der kulturellen Evolution wieder zurückzudrehen. Lässt der Papst Favela-Waisen das Gehirn waschen und sie auf Rattenlinien nach Europa schmuggeln, damit sie die Geschlechtertrennung im ÖPNV durchsetzen?

Die Galerie der letzten Bilder

Januar 6th, 2010

letzte_bilder

Würde man alle Menschen mit internetfähigen Helmkameras ausstatten und deren Laufzeit an die Hirnströme koppeln, so ließe sich eine großartige Sammlung letzter Bilder anlegen. Wobei – großartig? Die letzten Augenblicke müssen nichts Erhabenes oder Rührendes haben, ganz im Gegenteil. Mutmaßlich sind sie im Regelfall erschreckend banal oder unkenntlich. Eine weiße Decke. Kleine Bläschen im Wasser. Die Pflastersteine eines Gehwegs. Das Gesicht eines feisten Township-Bewohners. Eine Betonkugel. Oder eine Stoßstange. Wäre es vor diesem Hintergrund nicht sinnvoll, für den Fall der Fälle stets einen Druck des schönsten Gemäldes der Welt bei sich zu haben?

Sex sells – nicht immer

Dezember 31st, 2009

bruce_willis

Eine alte Weisheit der Werber: Kleine Kinder, süße Tiere und nackte Haut ziehen. Prominente sind ebenfalls beliebt. Aber so sehr der Einsatz der genannten Werbeträger ein Selbstläufer zu sein vorgibt – ein wenig Sorgfalt bei der Inszenierung sollte man schon walten lassen. In diesem Fall ist die “Message” kaum zu entschlüsseln. Eine stilisierte Scheide, so schlecht zu erkennen, dass die Trägerinnen explizit darüber geschrieben werden mussten. Am unteren Ende Bruce Willis, dazu noch falsch geschrieben. Und im Hintergrund verschiedene Prozentzahlen. Was soll der Quatsch?

Wunsch und Wirklichkeit

Dezember 28th, 2009

enten

Man wünscht sich das eine und bekommt doch nur das andere. Dieses Kontinuum in der Geschichte des menschlichen Geistes tritt gerade zu Weihnachten erschreckend deutlich zu Tage. Dieser Gedanke zur Diskrepanz zwischen Wollen und Werden lässt sich auch auf diesen Fall anwenden; zwei Schlussfolgerungen sind zulässig. Entweder können die Enten nicht lesen. Oder Sie sind renitent. So schön letztere Annahme wäre – wem missfällt schon das Bild wilder, rüpelhafter und freiheitsliebender Raudivögel -, so wahrscheinlich ist doch die schlichte Auflösung, dass die Alphabetisierung der Enten noch nicht allzu weit fortgeschritten ist.

Ohne Worte

Dezember 26th, 2009

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