Steuerflüchtlinge kehren zurück

März 9th, 2010

So etwas haben Schweizer Grenzer noch nicht erlebt: Seit Wochen verstopfen abertausende deutscher Steuerflüchtlinge Basels Straßen dies- und jenseits der Grenze. Die Hinterzieher sind leicht zu erkennen: kostbare Gewänder, edle Spirituosen in den Händen, auffällig große Hüte und Mützen voll Barem und überaus gute Laune, die viel, viel, viel Geld nun mal verleiht. Um der Festnahme durch den deutschen Zoll zu entgehen, setzen die Rückkehrer auf schiere Masse und damit die Umkehrung der ökonomischen Ratio: Der notwendige Polizeieinsatz kostete mehr Geld als die Steuernachzahlungen einbrächten.

Sterbevorschriften im Katastrophenfall

Februar 25th, 2010

Ein kluger Staat baut vor. So macht es durchaus Sinn, auch für unwahrscheinliche Situationen und abwegige Sachverhalte Vorschriften zu erlassen und entsprechende Warnhinweise aufzustellen. Beispiel: Tsunamis im deutschen Mittelgebirge. Ein seltenes Phänomen, was aber nicht heißt, dass man für den Fall der Fälle nicht vorgesorgt haben sollte. Kommt die Monsterwelle mit 800 Stundenkilometern erst angewalzt, macht Flucht keinen Sinn mehr. Daher sieht die Verordnung statt panischen Weglaufens Schreien, Arme empor reißen und Wegkippen nach hinten vor. Zuwiderhandlungen werden posthum mit einem Bußgeld geahndet.

Beton als Lösung

Februar 22nd, 2010

Wozu Tageslicht, wenn man eh schon depressiv ist? Weshalb Fenster, wenn man weder Lust noch Zeit für ihre Reinigung aufbringen kann? Warum etwas kaufen, das man auch malen kann? Auch wenn man die Gedanken des Bauherrn nicht kennt, verdient diese außergewöhnliche Architektur-Idee besondere Beachtung.

Hier wird nicht marschiert

Februar 13th, 2010

Während man in Dresden auf Menschenketten setzt, um marschierende Nationalisten aufzuhalten, geht man am närrischen Rhein andere Wege. Dank Schnee und ausbleibendem Winterdienst marschiert hier keiner mehr.

Wider das Vergessen der Opfer des Verspätens

Februar 12th, 2010

denkmal_dem_erfrorenen_bahnkunden

Denkmäler gemahnen an Vergangenes und weisen in die Ewigkeit. Es ist diese Zeiten überdauernde Bedeutung, die die Verwendung schwerer, strapazierfähiger und teurer Materialien wie Bronze oder Naturstein rechtfertigt. In diesem Bewusstsein wurde auch dieses Werk mit dem Titel “Frostiger Tod auf Gleis 13″ geschaffen: Tragische Verspätungen gab es, gibt es  und wird es immer geben.

(P.S.: Man beachte das kunstvoll stilisierte Bahnhofsdach, das unter der Schneelast einzubrechen droht.)

Lebenswerk in Mach 4

Februar 1st, 2010

mach_4

Es war soweit. Nach 36 Jahren, vier Monaten und 15 Tagen geheimen Tüftelns in der Kleingartenlaube,  ständigen Gerangels um die Verwendung der Pflanzenabfälle und astronomischer Ausgaben für Volkshochschulkurse mit Titeln wie “Einführung in die Aerodynamik”, “Biokraftstoffe selbstgemacht” und “Bauen wie die Bienen – was wir lernen können” präsentierte Herr Koschinski seiner über alle Maße erstaunten, nichtsdestotrotz treu ergebenen Ehegattin Else sein Werk: den ersten Öko-Überschalljet der Weltgeschichte. Die “Koschinski I”, konzipiert für Mach 4, bestand vollständig aus Pflanzenabfällen. Sogar das Kerosin hatte Herr Koschinski nach und nach aus Kompostwasser raffiniert, nicht immer zur Freude der geruchsemfindlichen Nachbarn im Kleingartenverein. Das Bild zeigt den genialen Tüftler kurz nach der Enthüllung – und kurz vor seinem Herzinfarkt, der ihn traf, als seine Frau ihn fragte, wo er denn einzusteigen gedenke. Die Erkenntnis erschlug ihn prompt: Er hatte das Cockpit vergessen.

Big brother is watching you

Januar 31st, 2010

Big brother is watching you. Wenn der große Bruder allerdings auf eine Gasse guckt, auf der das interessanteste Objekt eine einzelne sicher einsame Mülltonne ist, dann wird dem großen Bruder sicher irgendwann furchtbar langweilig. Vielleicht kommt es dann zu einer Art romantisch erotischen Beziehung zur bereits erwähnten Mülltonne. Stoff für einen erzieherischen Animationsfilm.

Innovative Verwaltung

Januar 29th, 2010

iglu

Was wird dem deutschen Beamten nicht alles nachgesagt: unterbeschäftigt, überbezahlt und denkfaul. Au contraire, die Damen und Herren Verleumder: Der deutsche Beamte ist innovativ! Angesichts horrender Schulden, leerer Kassen und explodierender Kosten demonstriert der deutsche Verwaltungsmensch wieder und wieder seine Fähigkeit, spontane, günstige und operationale Lösungen zu entwickeln: hier zum Beispiel für die Obdachlosenproblematik (vorläufig).

Viva la Spaßbremse!

Januar 22nd, 2010

froehlich_ernst_traurig

Ah, im Wald! Flotten Schritts in freier Natur vorankommen, unbeschwerten Herzens und ohne Sorgen: Was gibt es Schöneres? Ohne Gram, weil es weder Birke noch Buche, weder Fuchs noch Feldhase, weder Bach noch Boden kümmert, welche Laune der Wanderer spazieren trägt. Hier darf man fröhlich, aber auch ernst oder traurig sein. Anders unter Menschen. Allenthalben das Primat der Lustigkeit, die Diktatur der guten Stimmung. Wohin soll das führen? Nicht mehr lange, so wird gemunkelt, und die ersten Arbeitgeber verabreichen ihren Angestellten an jedem Morgen eine Spaß-Spritze, sonst droht der Rausschmiss. “Mit der Fresse gehst du besser in den Wald”, hört man dann. Wehret den Anfängen! Jeder Miesepeter im Straßenbild verdient Schulterklopfen und Aufmunterung. Der depressive Griesgram von heute ist der Widerstandskämpfer von morgen.

Die Wahrheit

Januar 16th, 2010

Wer dachte nicht, dass Staubsauger in einer Staubsaugerfabrik gemacht werden. Nun, ein Blick in den Wandschrank hat gezeigt, dass dies wohl lediglich eine Legende ist, um den Kindern nicht erklären zu müssen, was hinter verschlossen Türen passiert. Denn wer so grinst, hat schmutziges im Sinn.

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